17 Monate und eine Tablette

Taipei hat sie mich schlucken lassen. Dabei war das nicht vorauszusehen. Denn Taiwan nimmt einen gütig auf. Gerade wenn man, wie ich in diesem Fall, von Peking aus anreist, freut man sich schon mal über seine Kleinigkeiten, wie eine Sonne, die am Himmel steht und zudem nicht vom Smog verhüllt wird. Man freut sich auch, dass ein Taxifahrer auf so simple Ideen kommt, einen zu befördern. So habe ich mir also Taipei angesehen und zum Beispiel den „Taipei 101“ angesehen. Das war bis vor gar nicht so langer Zeit das höchste Gebäude der Welt, bis Dubai mal wieder auf- und durchdrehte und den Burj Khalifa baute. Der „Taipei 101“ ist architektonisch, nach meiner bescheidenen Meinung, aber besonders gut gelungen. Ich halte ihn für die Riege der welthöchsten Gebäude für das ästhetischste Bauwerk. Nun gut. Wer mich kennt, weiß, dass ich nun nicht gerade Höhenangst habe, aber auch nicht jubiliere, wenn ich in großer Höhe zu stehen habe. Der Blick vom „101“ auf das beeindruckende Tal von Taipeh und die anmutigen Bergen drum rum war allerdings nicht der Grund für eine erste Tablette. – Kleiner Einschub des Glücks: Das muss man sich mal vorstellen. Da bin ich bislang in 49 Ländern gewesen und habe nicht einmal eine Tablette gebraucht. Da hat ich zwar eine Masseurinn in Thailand ziemlich angeknackt und auch meine Schulter war in Israel irgendwie schmerzvoll verspannt, aber Tabletten gibt es dafür eben nicht. Ja, es war eine bislang sehr gesunde Tour – Ende des Glückseinschubs. Am Abend war ich dann auf den Nachtmarkt von Taipei und der ist wundervoll. All die Köstlichkeiten und all der Trubel, wunderbar. Ich nahm an einer heißen Platte, oder wie auch immer das heißen könnte, Platz und lies vor meinen Augen den Kuch auf diesem metalltisch allerlei Leckereien zusammen brutzeln. Herrlich. Und da war er nun, der Grund. Nach all den reisen und Gerichten auf allen Kontinenten. Und nachdem ich nu  sich war, dass mir nichts Asiatisches mehr etwas anhaben könnte, hat es mich hier erwischt. Wie drücke ich das jetzt aus? Nun ja, für meine Seite „Klobalisierung“ fotografiere ich ja ständig Toilettenschüsseln. In den beiden Folgetagen hätte ich locker 50 knipsen können. Trotz der ersten Imodium akut.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.