500 Nächte im Hotel – Jubel & Feuerwerk

79! Ja, 79 ist die Zahl des Tages. Denn in so vielen Betten habe ich in den vergangenen 16 Monaten geschlafen, gelegen und so. Klingt nach Rockstardasein und viel Sex. Meint aber, dass ich, seit ich im Januar 2009 neben vielen anderem in meinem Leben, was ich auch teilweise einfach verloren habe, meine Wohnung aufgegeben habe, fremdschlief. Ich habe damals den Rest meines irdischen und materiellen Gutes eingelagert und bin los gereist. 43 Länder habe ich bislang besucht und mit der heutigen Nacht eben 500 Nächte nur in Hotels, Fremdenapartments, Zelten und so verbracht. Harte Betten, weichen Betten, schmale Betten, breite Betten, dünne Bettwäsche, Erstickungsbettwäsche, mit ein bis 12(!) Kissen. Oh Mann, ich könnte Sachen über die Hotels erzählen. Machen wir den Beginn mit ein paar sachlichen Fakten. Mein billigstes Hotelzimmer hatte ich in Havanna für 22 Euro, gefolgt von Lima für 29 Euro und Caracas für 30 Euro. Das teuerste hatte ich ausgerechnet in Neu Delhi für 142 Euro, weil man in Indien auch für 10 Euro schlafen kann, das aber nicht will. Das hässlichste Zimmer hatte in Hawaii, das absolut kleinste in Hong Kong, die luxuriösesten in Santa Cruz in Bolivien, Seoul in Südkorea und Tokio. Das lauteste in Vilnius, gefolgt von Rio de Janeiro, Ho Chi-Minh Stadt und New York. In gefährlichen Gegenden lagen meine Hotels in Caracas, Bogota und San Francisco. Die meisten Nächte im gleichen Zimmer verbrachte ich in Sydney. Es gab ein schwimmendes Bett auf der Freedom of the Seas, welches mich quasi in 4 Ländern begleitete und ein Zelt in Namibia und Botswana mit Armeeschlafsack. Den weitesten Weg von der Rezeption ins Zimmer hatte ich in St. Petersburg mit unglaublichen 4 Minuten und 22 Sekunden. Dieses Hotel war mit 900 Zimmern auch das größte auf der Tour. Das süße Guesthouse in Kapstadt mit 6 Zimmern das kleinste. Ich habe nicht eine Kakerlake gesehen, kaum Ameisen und Mücken nur in Riga. Manche Sachen nerven dennoch. Wie die komische Bettwäsche in Südamerika, die Tatsache, dass viele Zimmermädchen nicht wissen, was sie mit meinem kleinen mitgebrachten Reisekissen machen sollen und ich es ständig suche. Dass man in Russland zig Formale ausfüllen muss, dass das Frühstück manchmal so grausam war, dass man gegen 10 Uhr schon wieder ein Kilo abgenommen hatte. Dann sind da die Sachen mit dem Wasserdruck, dem Warmwasser, den überteuerten oder leeren Minibars. In Buenos Aires ist eine Brille verschwunden und in Las Vegas meine Lieblingsuhr. Hemden, Shirts und Bücher habe ich weltweit vergessen. Aber was soll’s, ich lebe ganz gern in Hotels und sie weltweit kennenzulernen macht ja auch Spaß. Wo ich den meisten Spaß hatte, verrate ich nicht, aber die schönsten Nächte hatte ich in Bogota. Nun gut, noch weiß ich nicht, wie viele Nächte ich noch in Hotels verbringen werde. Und auch nicht, wo meine nächste feste Wohnung sein wird. Was mir unterwegs fehlt, sind meine Bilder, ein paar Bücher und mein Kaffeeautomat, sonst aber könnte man mein altes Zeugs einfach anbrennen. Ist mir Wurscht. Und hier mal ein paar Eindrücke von meinen Hotelzimmern. Und jetzt verschütte ich eine Flasche Sekt im Zimmer, zur Feier des Tages. Ich muss es ja nicht wegmachen. Hihi.

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