Alles hat sich verändert…

… und die Reise ist auch nicht mehr, was sie mal war.  Was aber nicht bedeutet, dass sie schlechter geworden ist. Sie ist nur gänzlich anders. Die Überraschungen nehmen nach mehr als 2 Jahren Reise ab, die Selbstverständlichkeiten nehmen zu. Ob ich in Tokio, Kapstadt, Buenos Aires oder Los Angeles aus dem Flugzeug steige, wird immer egaler. Ich nehme ein Taxi oder einen Bus, fahre in das Hotel und mache es in fünf Minuten zu meinem neuen Zuhause. Nach mehr als 800 Nächten in Hotels auch kein Wunder. Ich fühle mich irgendwie beinahe überall wohl. Ja, das kann man unter „globales Dorf“ verstehen. Ich spreche mittlerweile darüber, künftig zwischen Bangkok und Buenos Aires zu pendeln. Schon mal auf den Globus geschaut, Weidling? Jaja, der Grenzstreifen zwischen Thailand und Argentinien ist ein klein bisschen breit.

Ich freue mich nach wie vor über Neues und bin immer  noch gespannt auf neue Erfahrungen. Nur nehmen die nicht gerade zu. Es ist mehr ein Wohlfühlen an die Stelle des Abenteuers gekommen. Ich weiß genau, wo ich in Las Vegas, Tokio, New York, Buenos Aires, San José oder Saigon essen gehen kann. Ich kenne Kneipen und Clubs in beinahe 100 Städten und freue mich immer wieder, wenn ich mal wieder da bin. Gestern noch in einem geliebten Jazz-Club von Saigon, heute in meiner Lieblingsbar von Bangkok und morgen im „Mama Africa“ in Kapstadt. Als wäre alles nur ein paar Straßen auseinander.

Die User und auch ich merken freilich auch, dass meine Bilder hier  seltener werden, die Geschichten ausgewählter. Es ist einfach alles normaler geworden. Die diesjährige Etappe hat noch mehr verändert. Nicht nur, dass ich immer bessere geschäftliche Kontakte in aller Welt pflege, mein Privatleben nimmt auch wieder an Gestalt an. Dachte ich noch im Januar, ich würde demnächst  länger in Costa Rica bleiben und mich zwischen einer Frau in Bogota/Kolumbien und einer auf Koh Samui/Thailand entscheiden, so hat mich endlich eine (die?) Frau in Bangkok geschnappt und macht mir klar, dass meine Reise einem nahen Ziel entgegensteuert. Ein schönes Ziel.

Doch noch werde ich weiterreisen,  Fernsehstücke drehen, meine Bücher endlich vollenden und weitere Geschäfte besonders in Südamerika und Asien angehen. Doch das „Heimziel“ wird wohl nicht mehr Deutschland sein. Deutschland wird nach nun ziemlich genau 2 Jahren und 4 Monaten immer mehr zu einem schönen Zwischenstopp bei geliebten Menschen.

Alles gut!

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