Cebu – this is not a Lovesong

Blick auf Cebu

Blick aus dem Hotel

Palmenstrände, schneeweißer Sand, kristallklares Wasser, Schirmchendrinks und bildhübsche Frauen, das denkt man sich, wenn man an die Philippinen denkt. Und dann kommt man nach Cebu. Es hat aus Kannen geregnet, die Gegend meines Hotels ist  schrecklich und das Zimmer selbst hielt nicht, was es versprach. Ich hatte extra in einem so genannten Suite-Hotel gebucht, damit ich nach den winzigen Zimmern in Tokio in den preiswerten Cebu-Hotels für ca. 35 Euro die Nacht  mal ein bisschen Platz habe. Daraufhin folgte mein Lieblingsdialog in Cebu. Ich: „Sind Sie sicher, dass das die Royal Suite ist?“ Rezeptionistin: „Ist eine Badewanne drin?“ „Ja.“ „Dann ist es die Royal Suite.“ Meine weiteren Fragen waren: „Wo ist der nächste Strand?“ – „Eine Stunde mit dem Auto entfernt.“ „Kommt hier auch mal die Sonne raus?“ – „Bitte nicht, es ist sonst viel zu warm!“ „Wo kann man hier schön essen gehen?“ – „In der Ayala Shopping Mall.“ Ich hatte schon die Faxen dicke, da hatte ich noch gar nicht ausgepackt. Ich schaute die Frauen hinterm Tresen säuerlich an. Sie lächelten nett, sagten unisono: „Don’t worry!“, lächelten hinten auf den Satz noch mal drauf und ich war beschwichtigt. Denn das können sie hier. 

In den Gassen von Cebu

Cebu-Stillleben

Bunte Busse in Cebu

Immer bunt unterwegs.

Irgendwann war es Zeit – wie üblich – die Stadt zu fuß zu erkunden. Ich meine, Cebu ist so eine von diesen Taxistädten. Man steigt beim Hotel ins Taxi und irgendwo wieder aus und von da zurück im Taxi und so weiter. Als ich an der Rezeption fragte, ob man da oder da auch hinlaufen kann, schien man nicht mal zu wissen, was ich damit wohl meinen könnte. Zudem sind Taxen sehr billig, also fährt man jeden Meter durch das völlig sinnfreie Cebu. Also bin ich losgelaufen und war fast 2 Stunden spazieren. Und? – Nichts! Hier gibt es einfach so gar nichts zu sehen. Es ist öde, schmutzig und eben alles irgendwie ohne Stil. Als ich ins Hotel zurückkam, bewunderte man mich dafür, dass ich bei der Hitze joggen gehen würde. Nun bin ich in meinem Leben noch nie gejoggt und habe eine natürliche Abneigung gegen alle Jogger. Doch anders konnte sich das Hotelpersonal einen zweistündigen Fußmarsch und meine natürlich angeschwitzen Klamotten nicht erklären. Als ich dann noch nach Essen, Einkaufen, Spaß und Stadtbummel fragte, waren die Antworten beängstigend gleich: „Ayala Shopping Mall“! Da wollte ich zwar nicht hin, aber wenn das die Menschen von Cebu für den Höhepunkt ihrer Stadt halten, wird es wohl auch so sein. Ich hoffe es ehrlich nicht. Denn das Einkaufszentrum ist… nun ja, ein Einkaufszentrum. Was mir allerdings besonders auffiel, war der gelebte Rentnertraum der amerikanischen Männer. Und zwar in seiner schrecklichsten Art. Natürlich gibt es in vielen asiatischen wie auch afrikanischen und südamerikanischen Ländern dieses Phänomen, doch nirgends war es mir so schlimm aufgefallen wie hier. Man sieht unglaublich viele alte, unglaublich fette US-Amerikaner, die eine junge bis halbjunge Frau am Arm haben. Ich weiß nicht warum, aber hier war das irgendwie besonders unschön. Ich bin sehr weit davon entfernt ein Spießer zu sein, aber das hatte irgendwie was Widerliches.

Waterfront Cebu

Das Casino Waterfront

Ich in Cebu

Immer freundlich – und keine Verhaftung!

Was ich dann gestern tat, hat allem die Krone aufgesetzt. Als begeisterter Pokerspieler war ich auch mehrfach im hiesigen Casino. Im Hotel Waterfront liegt es und es ist schon beeindruckend groß und auch für die Gegend prächtig ausgestattet. Es könnte das schlechte Spiel der Zocker dort gewesen sein, die Tatsache, dass sie selbst ironisch das Spiel “Pokerra” nennen, also eine Mischung aus dem “Geschicklichkeitsspiel” Poker und dem Glücksspiel Baccara, oder an Cebu selbst, doch es lag nur an mir. Ich wurde ein bisschen wütend und verlor nicht nur ein paar Chips, sondern auch mein Gesicht,  was man in Asien nun wirklich vermeiden sollte. Sorry! So bat man mich zu gehen und ich habe nun zumindest in einem Casino dieser Welt Hausverbot. Blöd, wenn man doch gut ein Drittel der Weltreise über Pokergewinne finanziert.

 Aber wie immer in Cebu lächelten mich zum Schluss die Menschen an und alles war wieder gut. Nein, Cebu mag für viele ein Auswanderertraum sein, für mich nicht. Aber die Menschen habe ich sehr ins Herz geschlossen.

27 thoughts on “Cebu – this is not a Lovesong

  1. Danke für diesen Beitrag. Ich war schon oft in der Gegend und du hast recht, was Cebu betrifft. Aber wie dich bin ich heute besonders von dem Erdbeben dort betroffen.

  2. Der Sexturismus ist in den Philippinen wirklich schlimm. Schlimmer als in ihre neuen Heimat, Herr Weidling? Bangkok ist ja auch nicht gerade ein prüdes Pflaster.

  3. 🙁 ich verstehe nicht, sind sie derzeit in cebu? Wenn ja, viel Glück!

  4. Sag mal, du bekommst den Mist auch nicht vom Schuh, oder? Erst ist es hier turbulent und nun steckst du in Cebu fest. Da ist es vielleicht doch besser hier.

  5. haha, du dachtest wohl du bist in cebu sicherer als in deinem blöden bangkok??

  6. Ich noch mal. Wieso soll er denn jetzt dort sein? Ist das nicht ein alter Beitrag vom 4.9.?

  7. Schon Kerstin, aber die Bilder sind heute eingestellt (klick mal!) und der 4.9. ist ja auch nicht ewig her.

  8. Stimmt auch wieder. Haaaalllllooooo Herr Weidling, bitte um Aufklärung!

  9. Weidling in Cebu unter Trümmern? – Das würde ja einiges erklären.

  10. Die Risiken eines Weltreisenden. Ob Sie nun gerade in Cebu, Bangkok oder schon in Sibirien sind, wo Sie sind droht eben Ärger.

  11. Ich kann mir nicht vorstellen, daß du heute nach dem Erdbeben solch nette Fotos postest. Also ich habe das hier als älteren Beitrag verstanden, der aktualisiert wurde, um an die Leute von Cebu zu denken.

  12. Also liebe Panikmacher ich habe mir die kleine Geschichte nun mehrfach durchgelesen und habe nicht den Eindruck das Carsten in Cebu “verschüttet” ist. Ich komme über seinen Facebook-accound hierher und denke er wollte mir der neuen Verlinkung einer früheren Geschichte nur an die Menschen von Cebu denken die es gerade so schlimm erwischt hat. Finde ich nett.

  13. 🙂 🙂 😉 Oh ja, morgen dann in der BILD: “Liegt Ex-Moderator und Weltreisender Weidling in den Philippinen unter Häusern?”

  14. Na klar, und als letztes hat er noch schnell was gepostet.

  15. Mal was anders, habe ich das gerade richtig Gelsen, dass du ein drittel der Weltreise durch pokergewinne finanziert hast?

  16. @Hannes: Die Bild würde wohl eher schreiben: Weidling sprengt Cebu nach Casino-Rauswurf!

  17. hahahaha. Die BILD hat uns echt im Griff. Wir haben schon gelernt, so zu denken, wie die schreiben.

  18. Was ist los? Weidling verschüttet? Cebu? Bangkok? Sibirien? Staatsanwalt? BILD? Erdbeben? Poker? Casinos? Ich lese deinen Blog seit Jahren, aber so verwirrt war ich dabei noch nie!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  19. Hallo Carsten. Was ist denn bei dir los? Ich hoffe, es geht dir gut. Aber wenn du keine Lust mehr auf Asien hast, bist du hier in Costa Rica immer willkommen. Das weißt du ja. Liebe Gruesse auch von Anja.
    Thomas aus San José

  20. Ein herzliches und gesundes Hallo an alle.
    Nein, ich bin nicht in Cebu. Ich denke auch nicht, das angedeutet zu haben. Dieser Beitrag ist drei Jahre alt und ich habe ihn nur noch mal verlinkt, um einen “Daumendruck” nach Cebu zu schicken, nachdem wir erfahren mussten, dass die Stadt durch ein Erdbeben heimgesucht wurde. Und auch wenn ich Cebu nicht sehr mochte, so hatte ich doch sofort ein bedrückendes Gefühl, weil ich Plätze und Gebäude kenne und auch sehr nette Menschen in Cebu getroffen habe, die sonst schon nicht viel hatten.
    Dies ist eine der Nebenwirkungen einer mehrjährigen Reise, bei zu vielen Katastrophen weltweit fühlt man sich betroffen.

    Also noch mal “Daumendruck”!

  21. Na vielen Dank auch für die Aufklärung. Aber genau so habe ich es mir auch gedacht. Das war gestern schon eigenartig auf der Kommentarseite.

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