Der blöde Gong von Sisaket (Laos)

Wenn man in Vientiane ist, sollte man unbedingt den „Wat Sisaket“ besuchen. Er liegt mitten in der Stadt und man kann es nicht verfehlen. Bei meinem ersten Besuch habe ich es nicht mal gesucht, es war mehr so, als hätte es mich gefunden. Das Internet-Schwarmwissen sagt: „Gestiftet wurde Wat Si Saket im Jahr 1818 von König Anouvong. Der Gebäudekomplex, mit einer das Hauptgebäude mit seinem fünfteiligen Dach umgebenden Terrasse, ist von einer Mauer mit mehr als 2000 Buddha-Bildnissen aus Keramik und Silber umgeben. Heute beherbergt Wat Si Saket auch ein Museum und wird von nur einem Abt bewohnt.“…. Alles richtig, und die vielen Buddha-Statuen im Wat und auch im Museum sind beeindruckend. Zumal man auch viele Statuen sieht, die fast zerstört, irgendwie verrottet oder zerfallen sind. Buddha-Stauten dieser Art und in dieser Menge hatte ich in ganz Asien noch nicht gesehen. Doch es gibt da noch viel mehr zu sehen und es lohnt einen Abstecher. …

Und da stand ein großer Gong, der Glück bringen soll. Ich sah, wie zwei junge Frauen ihn rieben und wie er schöne und wirklich imposante Töne dadurch von sich gab, woraufhin sich die jungen Frauen etwas wünschten. Dann war ich dran und ich rieb. Und rieb, und rieb. Doch der Gong sagte nichts. Dann zeigten es mir wieder die Frauen und er klang. Und dann rieb ich wieder und er schwieg. Der bescheuerte Gong!

Ich suchte nach einem Schlägel und wollte – wie so oft in Asien – drei mal auf ihn schlagen, bis er klingt. Doch die Frauen verhinderten das und sagte mir in etwa, ich solle ihn nicht schlagen sondern streicheln. So schlug ich nicht, sondern streichelte, doch der olle Mistgong schwieg so lange, bis ich zu dem schönen Stück eben „oller Mistgong“ sagte. Eine der beiden jungen Frauen konnte das Touristenelend nicht mehr mit ansehen, nahm völlig untypisch für eine Laotin meine Hände und rieb mit mir zärtlich über den Ging, bis er wunderschön klang.

Ich sage ja, es war ein toller und kluger Gong. Der schönste Gong überhaupt.

 

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