Kenia – jaja

Kurz bevor ich mal wieder ein Teiletappe meiner nicht enden wollenen Reise um diesen Planeten nach schlappen 2 Jahren und 4 Monaten abschließen und nach Deutschland fliegen will, mache ich also noch Halt in Kenia. Damit sind es nun innerhalb dieser Zeit 53,5 Länder,  die ich gesehen oder zumindest besucht habe. Ja, das halbe Land ist Simbabwe. Und das meine nicht irgendwie despektierlich. Und wenn, dann wären es solche Zwergstaaten wie Bahrain oder die USA gewesen, die so bezeichne. Aber der Statistiker in mir kommt nicht umhin zuzugeben, dass ich zwischen Sambia und Simbabwe nur mit einem Fuß in der Kornkammer Afrikas war. Und das auch noch mit Blick auf die Victoriafälle.

Also Kenia. Zunächst durfte ich Nanyuki für einen Fernsehdreh besuchen und war schon mal erstaunt, dass dieser Ort kein japansicher war und weit und breit kein Japaner zwischen den nun wirklich tiefschwarzen (politisch korrekt oder egal? – egal!) Einwohnern zu finden war. Nachdem ich nichts Japanisches mehr erwartete gab es auch keine Überraschungen dort mehr. Es sieht aus, wie eine eher kleine Stadt irgendwo in Afrika. Dann Nairobi. Unwesentlich mehr Japaner als in Nanyuki, aber viel mehr Schmutz und Verkehr. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich immer, dass der chaotische Straßenverkehr von Indien nicht zu überbieten sei und habe allen Großstädtern rund um die Erde gesagt, dass es bei ihnen nicht so schlimm wie angenommen ist, da sie eben Indien nicht kennen. Hier drehen sie aber fast noch mehr durch. 15 Kilometer zum Flughafen dauern da schon mal zwei Stunden. Aber das ist insofern egal, als dass man den Flughafen nicht braucht, weil es keinen Grund gibt, in Nairobi zu sein.

Nun bin ich in Mombasa und langweile mich tierisch. Der Strand ist wunderschön, die Hotels normal und das Essen nur bedingt afrikanisch, was ich bedauere. Am Strand selbst habe ich ein Phänomen entdeckt, das ich zwischen der Copacabana, dem Waikiki-Beach, Bronte-Beach und dem Kindheitsurlaubsstrand von Warnemünde noch nicht gesehen habe. Er ist beinahe durchweg von Verkäufern belagert, die mit dem Gesicht zu den Hotelfronten stehen, darauf wartend, dass man sich die paar Stufen runter traut, um dann krähengleich über einen herzufallen. Ich wollte nichts kaufen, sie wollten es nicht glauben. Und auch bei Nacht nicht. Das ist gespenstisch. Wenn der überwältigende Sternenhimmeln die einzige Lichtquelle ist und man zu ersten mal am Strand langspaziert, erschrickt man, wenn aus dem Dunkel eine Frauenstimme zu einem spricht. Außen den leuchtenden Augen und zwei weißen Zahnreihen ist nichts zu sehen. Diese öffnen sich dann kurz, bieten einem unverhohlen einen Blowjob zwischen eben diesen Zahnreihen an, um dann wieder in finstere Nacht zu verschwinden. Da könnte ich schon vor Angst nicht.

Aber eines muss man Kenia und besonders Mombasa lassen, es ist sexuell fair. In vielen Ländern habe ich gern dickbäuchige und alte weiße Männer gesehen, die mit jungen Asiatinnen, Latinas oder Afrikanerinnen rumtänzelten, so dass die Thrombose noch zuließ. In Momabasa halten sie sich mit ähnlich gebauten und ebenfalls thrombotischen weißen Frauen die Waage, die sich nun von gut gebauten Afrikanern betanzen lassen. In manchen Fällen soll es Liebe sein, in den meisten Fällen sieht es aber eben nach Rache für das andere Modell aus.

Ich will nachhause.

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