Kolumbien – nach drei Stunden

Es gibt Städte, die einen sofort gefangen nehmen wenn man sie betritt. New York, Tokio, Dresden, Buenos Aires. Dann gibt es Städte, die mag man auf den zweiten Blick. Toronto, Bangkok, Leipzig, Kapstadt. Dann wiederum gibt es totale Nullstädte. Die lösen in dir nichts Positives, aber zumindest auch nichts Negatives aus. Für mich waren das Seoul, Asuncion, Auckland. Und es gibt Städte, die sagen dir, hau ab. Und dann gab es jetzt Bogota in Kolumbien. Selten hat mich eine Stadt gleich in diversen Punkten binnen drei Stunden überrascht wie Bogota. Ich meine, was erwartet man von dieser Stadt? Im Flugzeug von Lima nach Bogota saßen ein Amerikaner, der seit 8 Jahren in Las Paz lebt, und ein Bolivianer neben mir. Und beide schwärmten von Bogota. Es sei so eine schöne Stadt. Nun gut, beide leben in La Paz. Und man könnte so gut essen und die Frauen wären so schön. Na ja, das sagte ein Amerikaner! Also was soll das bedeuten? Wie auch immer, die ersten drei Stunden also: Ich wurde vom Flughafen mit einem Taxi eines älteren Herrn in die Stadt gebracht, den, zu  meiner Überraschung, seine Frau und sein Sohn begleiteten. Wie ich später mitbekommen habe, habe ich auch für Frau und Sohn bezahlt. Dann habe ich in der Stadt so viele Heavy-Metal-Fans wie noch nirgends gesehen. Dann wurden auf dem Straßenmarkt von teilweise recht abgerissenen Typen neben dem üblichen Scheiß viele Kunstbücher und Weltliteratur verkauft. Alles war ein bisschen schmuddelig und in meinem doch netten Hotel kam erst mal 20 Sekunden schwarzes Wasser aus dem Hahn. Man wird das Gefühl nicht los, sich ständig umdrehen zu müssen, aber eine kleine Spielrunde für eine TV-Produktion wurde von beneidenswerten 7 Kameras inklusive Steadicam (Gruß an die Kollegen im deutschen Öffentlich-Rechtlichen!) aufgezeichnet. Aber als ich ein Stück Pizza in einem Straßenrestaurant übrigließ, hat es sich ein Mann geschnappt, der schon die ganze Zeit nervös rumsaß, noch bevor die eifrige Kellnerin es abräumen konnte. Also was hält man von so einer Stadt? Erst mal noch nix, in ein paar Tagen schreibe ich wie viel wert erste Eindrücke mal wieder hatten.  

One thought on “Kolumbien – nach drei Stunden

  1. Hola Carsten,
    das erste Mal in Colombia? Viel Spaß beim Eindrücke sammeln.
    Solltest Du in Kolumbien weiter reisen und auch in Pereira vorbeikommen, dann melde Dich doch mal. Es gibt viel zu sehen bei uns.

    Gruß aus der Zona Cafetera
    Wolfgang

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