Panama – rechts und links

Wenn man ausgerechnet von Caracas in Venezuela nach Panama kommt, bedeutet das, man kann durchatmen, sich unbekümmert bewegen und sich sicher fühlen. Das wir uns nicht falsch verstehen, es ist immer noch Mittelamerika und man sollte aufpassen, aber viel ist bislang Touristen hier noch nicht passiert. Und die Stadt strahlt das auch aus. Man atmet irgendwie leichter. Panama selbst ist wie in zwei Bereiche aufgeteilt. Und das faszinierende, man kann das sehen wie sonst kaum irgendwo. Wenn man am Pazifik steht, sieht man, wie auf der linken Seite gigantische Wolkenkratzer stehen und noch mehr entstehen. Und rechter Hand liegt das verträumte, manchmal etwas manchmal viel zerstörte alte Panama. Mit all seiner Geschichte, mit all den Schrammen, Narben und auch klaffenden Wunden. Nicht so wie das gebügelte und geliftete neue Panama. Silikonpanama vs. Runzelpanama. Es ist wirklich, als würden sich Oma und Enkel begegnen. Und dazwischen spielt sich dann auch das Leben ab. Es gibt hier wie da ein paar Straßencafes, nette kleine Läden und immer Menschen, die einen freundlich grüßen. Na ja, und man grüß zurück und lächelt. Es gibt ein ausschweifendes Nachtleben auf der einen Seite und stille würdevolle Gebäude, Kirchen und Plätze auf der anderen Seite. Links gehst du in die Nachtclubs und Casinos, von rechts brichst du zur Kanaltour an den Panamakanal auf. Rechts haben die Embera-Indianer ihre vielen kleinen Souvenirstände und links gehst du luxuriös shoppen. Man möchte sich regelrecht umziehen zwischendurch. Und rasieren. Oder eben in die andere Richtung fix einen Bart wachsen lassen. Dort Anzug und da Gammelshirt anziehen. Und in der Mitte gern auch die Badehose. Panama beeindruckt mich ein bisschen. Aber es beruhigt mich sehr.  Habe ich besondere Erlebnisse in Panama gehabt? Nun ja, eben ein paar Touren, ein bisschen Nachtleben, gut essen und nette Menschen. Ist ja schon mal was. Aber gab es das Knallerlebnis? Nein. War das nötig? Nein. So stehe ich also täglich in der Mitte der beiden Extreme, schaue auf beide Landzungen und somit auf Vergangenheit und Zukunft. Und ich frage mich nur eines, wie wird Panama in 10 Jahren aussehen? Hat es dann auf der rechten Seite immer noch den angegrauten Charme von Havanna? Und haben sie es auf der linken Seite dann wirklich geschafft, Hong Kong oder zumindest Manhattan nachzubauen? Und fangen sie dann rechts damit an? Ich hoffe nicht. Im Moment strahlt Panama viel Charme aus und die Mischung macht es spannend. Aber ich befürchte, man sollte Panama noch besuchen, solange man es nicht unpassend findet, mit einem Panamahut auf dem Kopf auf Entdeckungstour zu gehen. Ja, ich mag Panama.

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