Sicher ist sicher (Yangon / Myanmar)

Eine der ersten Dinge, die mir mein Taxifahrer vom Flughafen zum Hotel erzählte, war, dass Rangun übersetzt „keine Gefahr mehr“ bedeuten würde. Ich schlug das nach und fand tatsächlich, dass man den Städtenamen mit „Ende des Streits“ übersetzten kann. Ein Name den man dieser Stadt nach seiner Geschichte gönnt. Umso überraschter war ich, als ich in dieser – tatsächlich als sehr sicher geltenden – Stadt überall Security sah. Mein Hotel war voll davon. Überall schwirrten die meist älteren Männer in blauen Uniformen und mit vormals stolzen Abzeichen durch die Lobby. Alle wollten mich beschützen. Irgendwie nett von denen, oder? Nur wovor?

So geht man durch Metall-Detektoren zum Fahrstuhl, die aber entweder ausgeschaltet waren oder auch in Betrieb niemanden interessierten. Auf jeder Etage stand ein Schreibtisch, an dem sowohl Servicepersonal als auch noch mehr Sicherheit saß. Ich kannte derartiges Gangpersonal bislang nur aus dem Russland früherer Zeiten. Mein Lieblingsmann der Abteilung „Innere Sicherheit“ des Hotels saß aber im Fahrstuhl. Auf einem kleinen Hocker in jeder der ohnehin zu kleinen Fahrstuhlkabinen saß einer von ihnen. In Uniform und mit einer Motivation im Gesicht, wie man sie….. nun ja….. von Pandabären im Winterschlaf kennt. Aber er war da und er erfüllte seinen Job, der im Bedienen der paar Etagenknöpfe bestand. Ich bin noch nie so abgesichert vier Etagen hoch und wieder runter gefahren.

Als ich an der Rezeption fragte, wozu man denn einen Sicherheitsmann im Fahrstuhl benötigen würde, hat man meine Frage nicht einmal verstanden. Es schien – ohne dass ich das freilich wirklich wissen kann – als wäre es einfach üblich, da einen älteren Herren in Uniform reinzusetzen, der die ganze Vielfalt der Knöpfe von Lobby bis Acht beherrscht. Man kann sich darüber amüsieren, aber es hat funktioniert. Ich bin im Fahrstuhl nicht erschossen worden. Nicht ein einziges Mal!

 

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