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Skandal & Nachfrage

(Drei aktuelle Nachträge von August und September 2022 am Ende des Textes.) Es war Juli 2011, als meine Karriere und mein Leben gnadenlos gestoppt wurden. Eine Staatsanwalt hatte die wahnwitzige Idee, ich hätte den MDR erpresst, um an Aufträge zu kommen. Absurd von der ersten Sekunde an, vehement bestritten vom angeblichen Opfer! Doch er legte los. Hausdurchsuchungen bei Familie, Freunden & Kollegen. Abhören meiner Telefongespräche für drei Monate & Mitlesen meiner Mails für den gleichen Zeitraum. Zeugen, Zeugen, Zeugen. Und KEINER hatte etwas Belastendes zu sagen. Doch die Staatsanwaltschaft stoppte nicht. Monate! Jahre! Sie fragten sogar private E-Mails bei Google in Palo Alto an und brachten alleine mit diesem Wahnsinn 5(!) Jahre zu! Und, und, und. Ein gigantischer Aufwand auf Kosten der Steuerzahler.  (Und  auch jetzt noch – über ein Jahrzehnt und Hunderttausende Steuer-Euros später – können Sie es nicht sein lassen und wollen es auf Biegen und Brechen durchziehen. Nur um den gigantischen Zeit- und Geldaufwand zu rechtfertigen. Na ja gut, ich bin bereit. Und die hatten ja 11 Jahre Zeit. Muss toll sein als Beamte.)

Jedenfalls sprang damals die Presse verständlicherweise auf und so wurde ich öffentlich beerdigt. Der MDR erkannte einen gerade abgeschlossenen Vertrag über 42 neue Folgen meiner Erfolgsserie „Wir sind überall“ nicht an. Und wirklich niemand in Deutschland wollte mehr mit mir arbeiten, „bevor der Fall nicht abgeschlossen ist“. Und das ist das Problem. Nun ist es gut 10 Jahre später und alle Vorwürfe sollten verjährt sein, die weitere Strafverfolgung ausgeschlossen und es zu keinem Prozess mehr kommen. Eine Frechheit! Denn nur mal angenommen, an den Vorwürfen wäre etwas dran. Dann hätte man mich vor ca. sieben Jahren vor ein Gericht stellen sollen, ich hätte aussagen können und gegebenenfalls hätte ich dann wohl akzeptieren müssen, etwas falsch gemacht zu haben. ABER ich hätte nun sieben Jahre Zeit gehabt, meine Reputation, mein Leben, meine Karriere zurückzugewinnen.

Und die Frage lautet: Wieso, zum Henker, darf das so lange dauern, ohne dass ich mich öffentlich verteidigen darf und dieses Kaptitel – wie auch immer – hinter mir lassen kann, um neu zu starten? Und was hat das eigentlich alles gekostet? Ich habe das die sächsischen Staatsministerin für Justiz & Co gefragt und nur ausweichende Antworten bekommen. Auch die Staatsanwaltschaft antworte mir: „Wenn Sie sich öffentlich verteidigen wollen, stellen Sie sich doch dem Prozess.“ Nur, ich war immer bereit zu sprechen. Und ich habe das ganze auch nicht 11 Jahre verzögert. Also was soll der Unsinn? 

Ich hasse es, zu jammern und zu klagen. Ich will mich nicht als Opfer darstellen. Mann, ich lebe seit 30 Jahren vom Humor! Ich will weder rumheulen noch anderen Probleme bereiten! Ich will Unterhalter sein und bleiben und sein dürfen!   

Übrigens wende ich mich gerade mit diesem Thema erstmals an die Öffentlichkeit, weil ich mich immer mit eigenen Leistungen zurückmelden wollte und nicht als „Opfer der Sächsischen Justiz“. Das ging gut 10 Jahre lang nicht. Nun komme ich aber wieder. Schritt für Schritt, mit kreativen Ideen, viel fleißiger Arbeit und nie nachlassendem Glauben an die eigenen kommenden Projekte. 

Persönliche Dekoration zum 7-jährigen, 2018.

Nachtrag vom 18.8.: Jetzt wurde bekannt, dass es doch noch zum Prozess gegen Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht kommt. Am 1.9. 2022 soll er starten. 11 Jahre, einen Monat und 5 Tage nachdem der Skandal begann!! Was zunächst einmal bedeutet, dass auch ich da viel Neues erfahren werde. Denn man sollte nicht annehmen, dass ich eng mit Herrn Foht war und besonders viel wusste. Als einer der ganz wenigen in der Branche war ich immer per Sie mit Herrn Foht. Und was heißt diese Entwicklung nun für mich? Das weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich als Zeuge aussagen, vielleicht kommt es doch noch zu einem Prozess gegen mich. Aber hoffentlich wird im Prozess gegen Herrn Foht endlich auch der Gegenseite klar, dass es eine Erpressung meinerseits nie gegeben hat. 

PS vom 23.8.: Weil – neben anderen wilden Geschichten zu meinem „unkonventionellen“ Quasi-Ex-Boss – das unangenehme Thema nun wieder in der Presse aufgetaucht ist. Das Thema Stasi hat selbst bei der Befragung meiner Person durch den Staatsanwalt, und auch in der Klageschrift von 2017 gegen mich, gar keine Rolle gespielt. Null! Worum es in meinem Fall geht, ist, dass ich in ein paar E-Mails die Möglichkeit darstellte, dass, wenn sich der MDR – in Person von Herrn Foht – nicht an Absprachen und Vereinbarungen halten würde, ich mich an den damaligen Intendanten wenden würde und ich ggf. juristische Schritte erwäge. Da ich das dann aber nicht umgesetzt habe, wertet es die Staatsanwaltschaft als mögliche Erpressung. (Ehrlich, diese Interpretation einer Beschwerdemail ist mir neu, aber ich bin halt kein Jurist. Wenn das Erpressung war, OK, dann werde ich das wohl akzeptieren müssen. Aber dafür musste ich dann doch nicht 11 Jahre durch die Hölle gehen, nur weil die nicht aus dem Knick kommen! #rechtsstaatswiderigeverfahrensverzögerung) Im Übrigen war das Thema Stasi auch in Gesprächen zwischen Herrn Foht und mir nie ein Thema. Schlicht, weil es mich zwischen 2004 und 2011 – als wir zusammenarbeiteten – so gar nicht mehr interessiert hat. Und überhaupt, wer glaubt, dass er vielen viel erzählt hat, irrt ohnehin. 

PPS vom 9.9.: Siehe „Weitere Entwarnung…“ 

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