Viel zu spät in Tahiti

Der gute Eugène Henri Paul Gauguin war, geschichtlich gesehen, gerade erst hier. Vor gerade mal 130 Jahren. Recht hatte er. Die Insel ist, wie all die Nachbarinseln wie Bora Bora, traumhaft gelegen, die Menschen sind nett, das Wetter ist ein Traum und ja, hier konnte man sich mal so richtig wohlfühlen. Als Gauguin hier war und junge Frauen verführte und gar heiratete. Nun haben die Franzosen Tahiti vergewaltigt. Was übrig blieb ist eine Insel, die aussieht und sich anfühlt, als würde sie irgendwo an der Cote Azur liegen. Und läge sie dort, wäre sie sicher eine Reise wert. Nun aber hat das alles so gar nichts Exotisches mehr. Schade. Sehr sogar. Die Globalisierung macht ja viele exotische Paradiese platt, doch kaum irgendwo sieht man es so deutlich. Die Straßen, die Autos, die Straßenschilder – alles Frankreich. Und der hier urlaubende Franzose fühlt sich auch so, benimmt sich auch so und wird von den Polynesiern deswegen so gar nicht geliebt. Ich habe eine Inselrundfahrt unternommen und dabei mühsam die verbliebenen Schönheiten der Insel gefunden, um sie zu fotografieren und eine Fotogalerie zusammenzustellen, die dann doch nach was aussieht. Denn wozu sollte ich auch französische Straßenkreuzungen ablichten? Also wenn es Sie mal hierher verschlägt, legen Sie sich an den weiß aufgeschütteten Strand (der Originalstrand ist natürlich schwarz) und tun Sie sonst nicht viel. Außer Unmengen an Geld sinnlos auszugeben. Ansonsten findet man hier kaum etwas, was man zum Beispiel in Thailand nicht für einen Bruchteil des Geldes bekommt. Und hier der Satz, auf den man ein Leben lang warten kann: Tahiti ist ganz nett, aber Bora Bora ist wirklich schön.

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