Süd-Kalifornien eben

Wer hat den Film von 2004 „Die Frauen von Stepford“ gesehen, der eigentlich schon ein Remake des gleichnamigen Films von 1975 war? In diesem Film jedenfalls laufen überall blonde Frauen rum, die aussehen wie aus der Retorte. Und ja, sie sind es auch. Nicht nur das, sie sind willige Sexroboter für ihre hart arbeitenden Männer. Oder vielmehr für Männer, die mal hart gearbeitet haben oder einfach nach dem Motto „Augen auf bei der Berufswahl“ in eine richtige Position kamen. Mal davon abgesehen, dass ich über Sexverhalten der Frauen von San Clemente nichts sagen kann und wahrlich nichts wissen will, so sehen die da jedenfalls aus. Und nicht nur die, alles sieht schwer synthetisch aus. Also nicht, dass es irgendwie hässlich oder – Gott bewahre – ärmlich aussehe, aber ich glaube, ich habe das erste Mal sogar Autos blasiert gucken sehen. Ehrlich, ein Mercedes denkt da auch, er sei was besseres als seine Taxikollegen in Leipzig, nur weil er mehr Silikon pro Kilometer transportiert. Um uns nicht falsch zu verstehen, ich hatte eine gute Zeit in San Clemente und habe eine sehr nette Familie kennengelernt. Doch irgendwie kam ich mir außerhalb derer vier Wände die ganze Zeit vor wie in einem B-Movie, der unter den abbröckelnden Buchstaben von Hollywood entstanden ist. Das ganze Surfergehabe, die Gespräche um Millionen-Villen und die Tatsache, dass der Tsunami, der Japan erschüttert hat, hier ein paar Millionen-Jachten beinahe aufeinander geschoben hatte und dies das alleinige Thema in Stepford, äh San Clemente war, machte mir die ganze Sache unheimlich. Ehrlich, wer ein paar glattgesichtige Gespräche hier verfolgt hat, fragt sich unweigerlich, wer hat die eigentlich alle so falsch verkabelt?

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