Wie mich die USA ärgerte

Es ist fast zu einem Hobby geworden, Freunden, die die USA so sehr lieben, Paroli zu bieten. Nun ist es leicht, sich da mit Stereotypen durchzuhangeln, die einem die US-Amrikaner beinahe täglich freizügig bestätigen. Doch es fehlte die eine, die persönliche Geschichte. Und man kann sagen, was man will, die Amis verstehen von der Show weltweit am meisten und vom Service zumindest mehr als wir Deutschen. Und so servierten sie mir prompt eine Show, als ich sie am dringend brauchte. Ich musste in Dallas zwischenlanden, weil ich in San Clemente in Kalifornien für meine TV-Reihe drehen wollte. Und da saß sie, die amerikanische Ignoranz und Arroganz in Form einer mühsam in eine Uniform gequetschten Frau. Ich folge ganz brav den amerikanischen Lächerlichkeiten von Fingerabdrücken und Gesichtsablichtung und hatte mich auch schon mit dem Schwachsinn abgefunden, mein Gepäck bei der Zwischenlandung in Empfang zu nehmen, nur um es gleich wieder aufzugeben. Auch die nochmaligen Kontrollen bei einem Zwischenstopp wollte ich gelassen hinnehmen. Ihr Land – ihr Spiel, ok. Doch dann schlug die Immigratiosfrau zu. Sie wollte mir den Stempel an eine Stelle in den Pass donnern, wo einfach keiner hingehört. Ich wies sie ganz freundlich darauf hin. Immerhin haben es alle bisherigen Stempelmeister in mehr als 50 Ländern geschafft, ihre Stempel dahin zu platzieren, wo „Sichtvermerke/Visas/Visas” steht. Sie aber wollte mir den Stempel auf die Seite mit den Passregeln knallen. Als ich sie eben darauf hinwies, sagte mir dieses US-Ferkel doch nicht etwa, ich solle keinem Officer sagen, wohin er seinen Stempel zu machen hätte, oder sie würde mich gar nicht reinlassen und gleich wieder ins Flugzeug setzen.(!!!) Amis! Darauf sagte ich, dass nicht ich das sage, sondern der deutsche Pass. Sie wiederholte sinnentleert ihre Drohung. Daraufhin zeigte ich ihr die Stelle, an der steht, dass der Pass Eigentum der Bundesrepublik Deutschland sei und demzufolge würden auch die Regeln gelten, die da stehen. Sie fragte mich nochmal, ob ich lieber zurückfliegen wollte. Ich wollte es gerade bejahen, da stempelte mich diese dümmliche Beamtin falsch ab. Daraufhin ließ ich den Supervisor kommen. Ich erzählte ihm von den Drohungen und über die respektlose Art des Umgangs. Er kaute seinen texanischen Kaugummi durch und blieb unbeeindruckt. Es folgte eine längere Diskussion, die allerdings recht einseitig verlief, da der Gummikauer so gar nicht zu bewegen war, zu denken. Die Stempelkugel blickte von Ferne zu. Ich schwöre, wenn ich mich hier nicht auf einen Dreh mit einer interessanten Frau für die Sendung gefreut hätte, wäre ich auf der Stelle wieder ausgereist. Wenn mir nur klar wäre, worauf sich eine kleine Schalterbeamtin zum einen und dieses Land zum anderen so viel einbildet. Ich reiste also weiter, drehte in Kalifornien, hatte eine gute Zeit und versuche nun, mich von den USA fernzuhalten. Immigrationsschalter sind selten ein Ort des Labsals, doch So etwas begegnet einem von Sambia bis Botswana, von Russland bis Dubai, von Kolumbien bis Venezuela in der ganzen Welt nicht. Nicht einmal die Tortur auf dem Flughafen von Israel war damit zu vergleichen. Nur der Ami muss mit seinem kleinen Schalterfähnchen rumwinken, unentwegt seine Nationalhymne singen, sich als Weltenretter verstehen und denken, er höchst selbst wäre Lincoln. Die haben sie doch nicht alle.

Der Stempel des Anstoßes.

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