Wieder Lust auf TV

Zugegeben, zwischendurch hatte ich – nach all dem Unsinn nach 2011 – gar keine Lust mehr auf Fernsehen. Autor zu sein hat den großen Vorteil, nirgends auftauchen zu müssen. Ich bin irgendwo auf der Welt, schreibe meine Sachen, brüte meine Ideen aus und liefere, was bestellt ist. Ansonsten: Abducken, Klappe halten und nur nicht der Presse über den Weg laufen. Doch mit fehlt das Fernsehen nun doch. Nicht eine Moderation wie die vom “Riverboat”. Da hätte ich nie anheuern sollen. Eine Sendung wie mein “Treff” schon eher.

Aber am meisten fehlt mir eine Sendung wie meine Erfolgsserie “Wir sind überall”, in der ich ja gar nicht zu sehen war. Es ging um ausgewanderte “Ossis” und ihre Leben weltweit. Ihre Geschichten, die letztlich unser aller Geschichten sind. Spannend, lustig, anregend, erschütternd, wundervoll. Echte Menschen statt Selbstdarsteller. Leider gibt es das Format nicht mehr. Doch warum eigentlich nicht? Lasst es uns wieder reanimieren! Im MDR, im RBB, dem NDR oder auf den Privaten! Die Geschichten liegen hier draußen rum und ich habe sie weltweit gefunden. Wie die ehemalige Leibwächterin von Daniel Ortega in Nicaragua, die ebenso aus dem Osten stammt wie der Artdirector in Tokio, der Silberschmied in Buenos Aires, die Lehrer in Peking und Montevideo, der Kamelmilchbauer in Kenia, der Wirt in Sambia und viele mehr. 

So ein bisschen habe ich nun auch weltweit ins Fernsehgeschäft reinschnuppern dürfen. So habe ich Ideen in Tokio, Peking und Buenos Aires gewälzt. In Südafrika habe ich einen Piloten für eine Fernsehserie gedreht und in Bangkok saß ich im Schnittstudio für eine deutsche Fernsehfirma in Thailand. Und auch dabei bin ich immer und immer wieder über Themen und Geschichten gestolpert, die ich gern Ihnen daheim erzählen würde.

 Wussten Sie, dass auf Sansibar ein DDR-Neubauviertel steht, es in Santiago de Chile ein “Haus Dresden” gibt und in Saigon eine “Ernst-Thälmann-Schule”? Dass in Afrika noch W50 rumfahren, in der Mongolei noch mit Planeta gedruckt wird, man in Panama Köstritzer Schwarzbier kaufen kann und in Buenos Aires Kräne vom “VEB Kranbau Eberswalde” stehen?

Zugern würde ich auch mit all meinen Weltreiserfahrungen Sendungen für IHRE kommenden Reisen produzieren, wie sie – sorry für den Anflug von Eitelkeit – wohl nur ein Autor und Medienmensch schaffen kann, der seit 12 Jahren keinen festen Wohnsitz mehr hat. Es gibt Tonnen von Geschichten, die erzählt werden sollten. Die Welt ist bunt, großartig, spannend, witzig, unterhaltsam und oft brüllend komisch. Apropos, ich würde auch gern zeigen, worüber die Welt so lacht. Sie sollten mal einen Comedy-Auftritt in Ghana sehen, Sketche in Rio, komische Tänze auf Bali und allerlei Irres im Yoyogi-Park von Tokio! Von den Shows von New York, Las Vegas und Macao, aber auch den weltweiten Straßenkünstlern mal ganz zu schweigen. 

Hmmmmm, ich glaube, ich frage da jetzt mal wieder an den passenden Stellen nach. 😉 Denn ja, ich habe wieder Lust auf TV und viel zu erzählen. Übrigens, Ihr Senderlein dürft euch ruhig auch mal wieder bei mir melden.  

 

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