Neues Radio

Ganz ehrlich, mit Radio hatte ich abgeschlossen. Dabei war ich da mal besonders erfolgreich.

Von 1996 bis 2006 habe ich für bis zu 12 Radiostationen parallel gearbeitet. Hauptsächlich als Gagschreiber und Comedy-Autor. Außerdem war ich Coach, Morningshow-Chef, Redaktionsleiter usw. Drei Projekte waren dabei besonders groß. Eine MDR-JUMP-Morningshow, die „Morningshow mit Böttcher & Fischer“ bei Antenne Sachsen, und ganz zu Beginn – vor nun erschreckenden 25 Jahren – die Morningshow bei BB-Radio mit …. Jürgen Karney!

Bei allen drei Projekten durfte ich helfen, sie zur jeweiligen Nummer 1 im Sendegebiet zu machen.

Doch irgendwann hatte ich keine Lust mehr darauf, schrieb lieber Bücher, wechselte komplett zum Fernsehen und wurde schließlich Weltreisender. 2020 rief mich Jürgen in Buenos Aires an und sagte: „Moin. Lippi und ich machen die neue Frühstücksshow bei Radio R.SA. Machste mit? Musst auch nicht zurück nach Leipzig ziehen!“ Da ich die beiden und auch sonst einige aus dem großartigen R.SA-Team gut kenne, habe ich meinen Radioruhestad aufgegeben. Nun bin ich „Chef Kreativ Autor“. Wow, ich habe einen Titel!

Tatsächlich bedeutet das, dass ich das ohnehin ziemlich fitte Team mit kreativen Ideen, Gags und ein paar Gedanken unterstütze, auf die man nicht kommt, wenn man im Stress eines Sendealltags festhängt. Da sind Extra-Ideen von Außen ganz gut. Zumal, wenn man täglich die nun längste Morningshow Deutschlands, der Welt und umliegender Gebiete originell füllen will. Und ich weiß ja nicht, wie es den anderen geht, aber wenn ich schon wieder Morningshow „mache“, will ich sie auch wieder auf Platz 1 in Sachsen sehen!

Ich freue ich sehr auf diese Aufgabe und bin mir sicher, Jürgen und Wolfgang werden als extrem erfahrene Entertainer noch mal einen ganz neuen Wind in die leicht eingeschlafene sächsische Radiolandschaft bringen. Ich bin dankbar, wieder mitspielen zu dürfen.

Übrigens, wie auf dem auch gut 20 Jahre alten Autogrammfoto zu sehen ist, war ich bei den BöFis auch Teil der On-Air-Crew. Und Sie sehen auch, ich habe sogar schon in Australien Radio gemacht. … Na ja gut, ich habe nur ein einziges Interview in Melbourne gegeben. Aber immerhin! Das haben Karney und Lippert noch nicht geschafft. Ha!

Theater!

Theaterstücke zu schreiben ist ein langgehegter Traum von mir. (Siehe oben beim ersten Gedanken daran.) Die unmittelbare Reaktion des Publikums, die Nahbarkeit der Schauspieler und das Beobachten, was Regisseur und Schauspieler aus dem machen, was ich mir ausgedacht habe, ist spannend, reizvoll, amüsant. So habe ich mich sehr gefreut, als mir der ewig rührige Chef der „Comödie Dresden“, Olaf Maatz, die Chance dazu gab. Nun habe ich bisher 13 eigene Komödien und Tragikomödien geschrieben. Und allesamt wurden vom so erfahrenen Team sehr gut aufgenommen. Nicht nur an der „Comödie Dresden“ sondern auch an anderen Bühnen sollen – ja werden – die Stücke aufgeführt werden. Wann? Hmmm! Sagen wir mal so: Wer konnte denn ahnen, dass weltweit alle Theater schließen würden, kaum dass ich anfing, Stücke zu schreiben? VERSCHWÖRUNG! 😉 2021 sollte mein Jahr der Premieren werden, doch dann hat eben “Oberintendant Corona” übernommen. Aber was sollte man jammern? So geht es schließlich der gesamten Branche. Weltweit! So kann ich uns nur allen die Daumen drücken, dass sich die Vorhänge bald und sicher wieder öffnen. Für uns alle. Weltweit!

Aber immerhin! Dank des gigantischen Einsatzes des Teams der „Comödie Dresden“ gab es im Sommer 2020 die Open-Air-Aufführungen der berühmten „Addams Family“. 38 fast ausverkaufte Veranstaltungen, tolle Presse, begeisterte Zuschauer. Und ich durfte diese Version des Broadwaystückes schreiben. Ein Anfang, mitten in Krisenzeiten. Und ein geiles Gefühl. Besonders, weil meine Arbeit auch vom Team sehr anerkannt wurde, was für einen Einzelkämpfer ohne Heimat und Kollegenstamm wie mich eher selten möglich ist.

Und nun wünsche ich mir sehr, dass auch meine wirklich eigenen Stücke auf die Bühnen kommen. Ich muss einfach sehen, ob meine Art des nicht ganz so dümmlichen Humors auch so gut bei Ihnen ankommt, wie unsere „Addams Family“. Doch es sind kuriose Zeiten. Ich verrate Ihnen mal was. Ich frage aktuell nicht mal mehr nach, wie es mit Spielplänen, Vorbereitungen, Schauspielercasting usw. läuft. Es kann einem ohnehin keiner eine verlässliche Antwort geben. Aber na ja, ich habe fast 30 Jahre Autorenleben darauf gewartet, für das Theater arbeiten zu dürfen. Und noch mal drei Jahre, bis klar war, dass ich das wohl kann. Da kommt es nun auf ein paar Monate bis zu verlässlichen Antworten, Spielplänen und Premieren auch nicht mehr an. Es soll ja auch für Sie, die Schauspieler und die Crew ein sicheres Erlebnis werden. Also heißt es wie immer, einfach immer gelassen durch die Augenlider atmen! Und halt weiterschreiben!

Ach und schauen! Schließlich lebe ich aktuell in der “Theaterhauptstadt der Welt”, in Buenos Aires. Hier haben die Theater – aktuell – nach acht Monaten Schließung endlich wieder geöffnet. Excelente. Maravilloso. ¡Me alegro!

Hmmm, aber Theater in Deutschland zu sehen, wäre schon besser.

Leben in Buenos Aires

2009 und 2011 bin ich bereits in Argentinien gewesen. Ich hatte mich sofort besonders in Buenos Aires und in den Stadtteil San Telmo verliebt. Ich wollte unbedingt noch einmal wiederkommen. Doch zunächst lebte ich ein paar Jahre in Bangkok, verbrachte mehr Zeit in Tokio, Kapstadt, Costa Rica und Panama. Zwischendurch durfte ich noch ein bisschen reisen. Doch es gab auch eine längere, bittere Pause in Dresden, weil mir jede Chance zu reisen genommen wurde. Kein Geld, keine Jobs, keine Anerkennung, keine Chance, kein Ende eines unverdienten Skandals. Doch dann holte ich mir alles zumindest soweit zurück, dass ich nach Buenos Aires aufbrechen konnte um nun hier zumindest Monate zu verbringen. Monate? 

Und zugegeben, der stetige fallende Peso macht es einem aktuell sehr leicht, hier sehr kostengünstig und gut zu leben. Viel, viel günstiger als in der Heimat zu bleiben. Aktuell sogar günstiger als in Thailand zu sein. Zumindest für jemanden, der in Euros oder Dollar denkt. Für die Menschen hier ist die Situation der ewigen Inflation und der wirtschaftlichen Probleme natürlich weit weniger amüsant. Corona tut ein Übriges, und Argentinien hatte über viele Monate extrem strenge Maßnahmen zu erdulden. Aktuell ist die Situation entspannter, aber wer weiß schon, was wird. Niemand!

Und dann traf ich zu allem Glück auch noch Dinorah. Eine bezaubernde Frau aus Venezuela. Mein Motto war immer: Ich reise um die Welt, bis mich die Liebe findet. Und was soll ich sagen, nun bin ich halt doch länger in Buenos Aires. Auch wenn für uns beide Argentinien nicht das finale Ziel sein wird, denke ich, noch ein bisschen zu bleiben. Aber wenn uns alle 2020 eines gelehrt hat, dann, dass Pläne oft nix wert sind. Da drücken wir uns selbst doch mal die Daumen. 😉  

Übrigens, auch ohne eine solche bezaubernde Frau oder einen passenden Mann lohnt sich Buenos Aires, loht sich Argentinien. Hier ein paar Impressionen meiner bisherigen Zeit am beinahe untersten Zipfel Südamerikas. Vielleicht ja als kleine Anregung für Ihre tolle Reise (nach Corona) in dieses recht interessante Land. Hasta pronto. 

Meine Reisebücher

Da wollen wir mal ein bisschen angeben. Ich habe 1.210 kurze, witzige, anregende, amüsante oder manchmal einfach hilfreiche Geschichten in eine 12-teilige Buchreihe gepackt. Laut Planung sollen es einmal 22 einzelne Buchtitel werden, da die bisherigen Geschichten nur 69 meiner bisher 114 besuchten Länder und der insgesamt 194 UNO-Länder behandeln. Außerdem gibt es in jedem Buch “Weidlings internationale Globetrotter-Sterne”. Damit bewerte ich wichtige Elemente wie Sicherheit, Toleranz, Gesundheitssystem, Preise, Flugdauer, Erlebnisdichte usw. Und natürlich die “Darreichungsform” der Klos. 

All das heißt “Sorge Dich nicht, reise!” und ist ganz besonders jetzt für Reisende aber auch Reisezweifler ausgelegt. Alles war gut, die Bücher sind geschrieben und der großartige Lutz Stützner hat Design, Cartoon und Titel entworfen. Und nach einigen Gesprächen war auch endlich ein Verlag gefunden. Und dann kam Corona. Die Angst, dass nun keiner mehr reist, hat dem Verlag wohl Panik bereitet. Und nun steht das Projekt wieder in den Sternen. Doch es wird es geben. Als Buchreihe, als e-books, als Kolumnen oder – siehe und höre hier – als Hörbücher, podcast, Apps oder Radiobeiträge. 

“Aber man soll doch nicht über ungelegte Eier reden!” – Stimmt! Aber diese Eier habe ich ja schon gelegt, ich suche nur noch einen Partner, der sie mit mir für alle Reisenden und Reisezweifler ausbrütet. Und glauben Sie mir, ich brenne darauf, Ihnen all die wunderbaren, kuriosen, herzerweichenden, wahnsinnigen, liebevolle, spannenden, anrührenden, sexy und wunderbaren (Ja, ich weiß, “wunderbar” kam zweimal, aber es ist ja sehr sehr wunderbar.) Geschichten zu erzählen, die ich mit all den Menschen, Kulturen und Lebensweisen weltweit erlebt habe.

Ich bin ganz sicher, sie werden Sie zum Reisen ermutigen, sobald es wieder verantwortungsbewusst und sicher möglich ist. Denn das persönliche Erleben bildet die Seele des Reisens. Und nicht etwa Sehenswürdigkeiten, Restaurant- und Spartipps. Ich möchte das unbedingt mit Ihnen teilen. Und das wird auch schon noch klappen. Auf die eine oder andere Art. Versprochen! 

 

 

Meine Star-Guides

Meine Test-App

Eine Idee, meine vielen, vielen, jaaaaaa vielen Texte zu veröffentlichen, sind Hörbücher oder auch “Travel Entertainment” in einer eigenen oder in Partner-Apps. Ich habe einige meiner Texte von den wahrlich besten Synchronsprechern einsprechen lassen. Und ganz ehrlich, meine kleinen Texte werden durch diese wundervollen Stimmen extrem aufgewertet. Mal ganz davon abgesehen, dass dieses Kopfkino großartig ist, wenn Ihnen irgendwo auf der Welt klar wird, dass Ihnen scheinbar berühmte Hollywoodschauspieler Geschichten zu Ihrem Urlaub erzählen. Mein Arbeitstitel dafür: Star-Guides. 

Noch suche ich dafür die richtigen Partner, doch ich bin mehr als bereit. Hier mal ein paar wenige Hörproben. Viel Spaß damit, und viel Vorfreude auf Ihre neuerliche Reisezeit nach Corona!  

Geben Sie Bangkok eine Chance. Gesprochen von “Michael Caine” (Jürgen Thormann)

Der beste Witz von Südafrika. Gesprochen von “Denzel Washington” (Leon Boden)

Heimatliche Warnungen – für Bangkok. Gesprochen von  “Edward Norton” (Andreas Fröhlich)

Costa Rica und richtig entspannen. Gesprochen von “Julia Roberts” (Daniela Hoffmann)

Wieder Lust auf TV

Zugegeben, zwischendurch hatte ich – nach all dem Unsinn nach 2011 – gar keine Lust mehr auf Fernsehen. Autor zu sein hat den großen Vorteil, nirgends auftauchen zu müssen. Ich bin irgendwo auf der Welt, schreibe meine Sachen, brüte meine Ideen aus und liefere, was bestellt ist. Ansonsten: Abducken, Klappe halten und nur nicht der Presse über den Weg laufen. Doch mit fehlt das Fernsehen nun doch. Nicht eine Moderation wie die vom “Riverboat”. Da hätte ich nie anheuern sollen. Eine Sendung wie mein “Treff” schon eher.

Aber am meisten fehlt mir eine Sendung wie meine Erfolgsserie “Wir sind überall”, in der ich ja gar nicht zu sehen war. Es ging um ausgewanderte “Ossis” und ihre Leben weltweit. Ihre Geschichten, die letztlich unser aller Geschichten sind. Spannend, lustig, anregend, erschütternd, wundervoll. Echte Menschen statt Selbstdarsteller. Leider gibt es das Format nicht mehr. Doch warum eigentlich nicht? Lasst es uns wieder reanimieren! Im MDR, im RBB, dem NDR oder auf den Privaten! Die Geschichten liegen hier draußen rum und ich habe sie weltweit gefunden. Wie die ehemalige Leibwächterin von Daniel Ortega in Nicaragua, die ebenso aus dem Osten stammt wie der Artdirector in Tokio, der Silberschmied in Buenos Aires, die Lehrer in Peking und Montevideo, der Kamelmilchbauer in Kenia, der Wirt in Sambia und viele mehr. 

So ein bisschen habe ich nun auch weltweit ins Fernsehgeschäft reinschnuppern dürfen. So habe ich Ideen in Tokio, Peking und Buenos Aires gewälzt. In Südafrika habe ich einen Piloten für eine Fernsehserie gedreht und in Bangkok saß ich im Schnittstudio für eine deutsche Fernsehfirma in Thailand. Und auch dabei bin ich immer und immer wieder über Themen und Geschichten gestolpert, die ich gern Ihnen daheim erzählen würde.

 Wussten Sie, dass auf Sansibar ein DDR-Neubauviertel steht, es in Santiago de Chile ein “Haus Dresden” gibt und in Saigon eine “Ernst-Thälmann-Schule”? Dass in Afrika noch W50 rumfahren, in der Mongolei noch mit Planeta gedruckt wird, man in Panama Köstritzer Schwarzbier kaufen kann und in Buenos Aires Kräne vom “VEB Kranbau Eberswalde” stehen?

Zugern würde ich auch mit all meinen Weltreiserfahrungen Sendungen für IHRE kommenden Reisen produzieren, wie sie – sorry für den Anflug von Eitelkeit – wohl nur ein Autor und Medienmensch schaffen kann, der seit 12 Jahren keinen festen Wohnsitz mehr hat. Es gibt Tonnen von Geschichten, die erzählt werden sollten. Die Welt ist bunt, großartig, spannend, witzig, unterhaltsam und oft brüllend komisch. Apropos, ich würde auch gern zeigen, worüber die Welt so lacht. Sie sollten mal einen Comedy-Auftritt in Ghana sehen, Sketche in Rio, komische Tänze auf Bali und allerlei Irres im Yoyogi-Park von Tokio! Von den Shows von New York, Las Vegas und Macao, aber auch den weltweiten Straßenkünstlern mal ganz zu schweigen. 

Hmmmmm, ich glaube, ich frage da jetzt mal wieder an den passenden Stellen nach. 😉 Denn ja, ich habe wieder Lust auf TV und viel zu erzählen. Übrigens, Ihr Senderlein dürft euch ruhig auch mal wieder bei mir melden.  

 

Skandale & Nachfragen

Ich muss nun doch einfach mal was fragen. Also, es war Juli 2011, als meine Karriere und mein Leben gnadenlos gestoppt wurden. Von einem übereifrigen Staatsanwalt, der seine Karrierechance witterte. Was übrigens für ihn aufging, denn er ist nun Richter. Dieser Mann hatte die Idee, ich hätte den MDR erpresst um an Aufträge zu kommen. Absurd von der ersten Sekunde an, vehement bestritten vom angeblichen Opfer! Doch er legte los. Hausdurchsuchungen bei Familie, Freunden & Kollegen. Abhören meiner Telefongespräche für drei Monate & Mitlesen meiner Mails für den gleichen Zeitraum. Zeugen, Zeugen, Zeugen. Viele von denen kannte ich nicht mal, manche hatte ich seit 10 Jahren nicht gesprochen. Und KEINER hatte etwas Belastendes zu sagen. Doch die Staatsanwaltschaft stoppte nicht. Monate! Jahre! In der totalen Hybris eines mittleren Beamten fragte er sogar private E-Mails bei Google in Palo Alto an und brachte alleine mit diesem Wahnsinn 5(!) Jahre zu! Und, und, und. Ein gigantischer Aufwand auf Kosten der Steuerzahler. Und das Schlimmste, die Staatsanwaltschaft steckte alle Informationen immer an die Presse durch.

Die Presse sprang auf – und ehrlich, ich kann es ihr grundsätzlich nicht verübeln – und so wurde ich öffentlich beerdigt. Gnadenlos! Der MDR ließ mich sofort fallen, bediente einen gerade abgeschlossenen Vertrag über 42 neue Folgen meiner Erfolgsserie “Wir sind überall” nicht mehr und trickste sich auch juristisch aus der Verantwortung. Und wirklich niemand in Deutschland wollte mehr mit mir arbeiten, “bevor der Fall nicht abgeschlossen ist”. Und das ist das Problem. Nun ist es gut 9,5 Jahre später und alle Vorwürfe sind verjährt, die weitere Strafverfolgung ist ausgeschlossen und es wird zu keinem Prozess mehr kommen. Die Sächsische Justiz schleicht sich durch die Hintertür raus und ich werde offiziell nie gehört werden. Und einfach so durfte die Sächsische Justiz mein Leben zerstören. Doch “durfte” sie das wirklich? Denn nur mal angenommen, an den Vorwürfen wäre etwas dran. Dann hätte man mich vor ca. sieben Jahren nach einem öffentlichen Prozess und fairen Verfahren mit einer Geldstrafe belegen sollen, ich hätte aussagen können, hätte dann wohl akzeptieren müssen, etwas falsch gemacht zu haben und nun sieben Jahre Zeit gehabt, meine Reputation zurückzugewinnen. Doch das wollte man nicht. Und ganz sicher konnte man das eben nicht. Das nennt man übrigens “Rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung”, und darüber wird zu reden sein. Und so wurde ich letztlich viel schwerer bestraft, als ich es in einem ordentlichen Verfahren hätte werden können.

Nun ja, nun ist es also an der Zeit, dass ich ein paar Fragen stelle. Zu der Rechtmäßigkeit einiger Ermittlungsmethoden. Zu den Motiven. Zur Dauer. Zu den Kosten. Zu meinen Verlusten. Zu Wiedergutmachungen und zu öffentlichen Entschuldigungen. Und so habe ich nun der nächst logischen Anlaufstelle einen langen Brief geschrieben und Fragen gestellt. Je nachdem wie man mir antwortet, werde ich das dann hier weiter ausführen. Und um es klar zu sagen, das alles hat mein Vertrauen in den Deutschen Rechtsstaat nicht erschüttert. Ich habe einfach nur einen riesigen Sack voller Fragen. 

Ich hasse es, zu jammern und zu klagen. Ich will mich nicht als Opfer darstellen. Mann, ich lebe seit 30 Jahren vom Humor – ich will weder rumheulen noch anderen Probleme bereiten! Ich will Unterhalter sein und bleiben und sein dürfen! Doch ein paar Fragen müssen mir doch nun gestattet sein, um zu verstehen, was ich bisher nicht verstanden habe. Z.B.: Kann man jemanden VOR jeder Art von Verhandlung so zerstören und dann einfach knapp 10 Jahre den Fall aussitzen und diesen Jemand einfach nicht mehr auf die Beine kommen lassen? Darf man alles über Jahre hinweg an die Presse durchstecken, damit sie einen vernichtet? Und wäre es nicht längst zu einem Prozess gekommen, wenn auch nur irgendetwas dran gewesen wäre? Und was haben die vergangenen 9,5 Jahre wen gekostet? Also mich quasi alles. 

Übrigens wende ich mich gerade mit diesem Thema erstmals an die Öffentlichkeit, weil ich mich immer mit eigenen Leistungen zurückmelden wollte und nicht als “Opfer der Sächsischen Justiz”. Das ging fast 10 Jahre lang nicht. Nun komme ich aber wieder. Schritt für Schritt, mit kreativen Ideen, viel fleißiger Arbeit und nie nachlassendem Glauben an die eigenen kommenden Projekte, die ich ja hier gerade (fast) alle vorstelle. Und von denen einige bislang nichts werden durften, “bevor der Fall nicht abgeschlossen ist”. Was denken Sie, da werde ich doch jetzt mal – nach fast 10 Jahren – fragen dürfen, oder? Mach ich auch.   

Persönliche Dekoration zum 7-jährigen, 2018.